Wer ein Mehrfamilienhaus mit sechs, zehn oder zwanzig Wohnungen vermietet, kennt die Frage: Weiter für jede Wohnung einen eigenen Internetvertrag verwalten - oder einmal ein zentrales WLAN für das ganze Haus aufbauen? Beide Wege funktionieren. Sie kosten nur unterschiedlich viel Zeit, Geld und Nerven. Dieser Vergleich zeigt nüchtern, wo welcher Weg passt - und wann ein Umbau sich für Sie nicht rechnet.
Der Status quo: sechs bis zwanzig Einzelverträge
Beim klassischen Weg hat jede Wohnung ihren eigenen Anschluss und ihren eigenen Vertrag. Das klingt unkompliziert, weil sich scheinbar jeder Mieter selbst kümmert. In der Praxis landen die meisten Aufgaben trotzdem bei Ihnen.
Wer die Verträge verwaltet: Bei jedem Mieterwechsel kündigen, neu beauftragen, Anschlusstermin koordinieren, Endgerät zurückgeben. Bei acht Wohnungen und einer durchschnittlichen Mietdauer von drei Jahren sind das schnell zwei bis drei Wechsel pro Jahr - jedes Mal mit Ihrem Namen auf dem Formular. Manche Eigentümer legen die Verträge auf die Mieter um. Dann beschweren sich Mieter, wenn kein Anbieter am Haus anliegt, und Sie erklären, warum es keine schnelle Lösung gibt.
Wer bei Störungen anruft: Der Mieter ruft den Anbieter an. Der Anbieter schickt einen Techniker. Der Techniker braucht Zugang zur Wohnung. Und weil Sie Eigentümer sind, rufen am Ende alle bei Ihnen an - oft abends, oft am Wochenende. Der Anruf um 22 Uhr kommt selten vom Anbieter.
Dazu kommt der Passwort-Zettel am Kühlschrank: Jeder Router hat ein eigenes WLAN und ein eigenes Passwort. Zieht ein Mieter aus und der nächste ein, bleibt das alte Passwort oft in der Wohnung. Das ist kein Weltuntergang, aber es ist ein Punkt, an dem ein Bewohner stutzt - und Bewertungen schreibt man selten über Dinge, die gut laufen.
Zentrales WLAN im Vergleich: ein Anschluss, ein System für alle Wohnungen
Beim zentralen WLAN gibt es einen Anschluss pro Haus und ein System, das alle Wohnungen versorgt. Statt zwanzig Einzelverträgen verwalten Sie eine Lösung für das ganze Gebäude.
Ein Anschluss statt vieler: Sie haben einen Vertrag, eine Rechnung, einen Ansprechpartner. Die Buchhaltung wird übersichtlich, und niemand muss mehr bei jedem Auszug kündigen und neu beauftragen.
Mieterwechsel per QR-Code: Neue Mieter scannen einen Code und sind im Netz - ohne Zettel, ohne Rückfragen, ohne dass Sie ein Passwort weitergeben müssen. Der Zugang lässt sich beim Auszug sauber trennen, statt Zugangsdaten in der Wohnung zu lassen.
Störungen werden meist erkannt, bevor jemand anruft: Ein betreutes System überwacht sich selbst. Fällt ein Zugangspunkt aus, sieht man das, bevor der erste Mieter zum Telefon greift. Das heißt nicht, dass nie etwas passiert. Es heißt, dass Sie es oft erfahren, bevor es zu einem Anruf wird - und dass Störungen meist behoben sind, bevor der Betrieb im Haus darunter leidet.
WLAN als Bewertungsfaktor: Für Monteurwohnungen, Boardinghäuser und Ferienwohnungen ist stabiles Internet längst kein Extra mehr. Ein Bewerter, der abends keine Video-Verbindung hinbekommt, schreibt das auf. Ein Bewerter, bei dem alles läuft, schreibt nichts - und genau das ist der Punkt.
Was beide Wege real kosten
Ein ehrlicher Vergleich kommt ohne Werbeversprechen aus. Deshalb hier die Größenordnungen, auf die es wirklich ankommt.
Zeit: Beim Einzelvertrags-Weg zahlen Sie mit Ihrer Zeit. Jeder Mieterwechsel, jede Störung, jede Rückfrage kostet Sie oder Ihre Verwaltung zwischen einer halben und mehreren Stunden. Bei acht Wohnungen und drei Wechseln im Jahr sind das schnell zweistellige Stundenzahlen - jedes Jahr aufs Neue.
Geld: Zwanzig Einzelverträge bedeuten zwanzig monatliche Grundgebühren, oft mit Mindestlaufzeiten und Router-Mieten. Ein zentrales System bündelt das in einer planbaren Position. Die genaue Zahl hängt von Objektgröße, Bauweise und Ausstattung ab - pauschale Versprechen wären hier unseriös.
Risiko: Beim Einzelvertrags-Weg tragen Sie das Risiko der Verwaltung. Bei einem zentralen System tragen Sie es nicht allein - die Betreuung gehört dazu. Störungen werden erkannt und gemeldet, statt auf Ihrem privaten Telefon zu landen.
Für eine Monteurwohnung oder ein Boardinghaus zählt vor allem, dass Gäste nach der Ankunft sofort online sind. Für ein Mehrfamilienhaus mit langfristigen Mietern zählt vor allem, dass die Verwaltung ruhig bleibt. Beides spricht für ein System pro Haus statt für einen Vertrag pro Wohnung - sofern die Voraussetzungen passen.
Für wen sich welcher Weg rechnet - und wann ein Umbau nicht sinnvoll ist
Zentrales WLAN im Mehrfamilienhaus rechnet sich in der Regel ab rund sechs Einheiten, wenn mindestens zwei der folgenden Punkte zutreffen:
- Sie verwalten die Anschlüsse selbst und wollen das loswerden.
- Es gibt regelmäßige Mieterwechsel, etwa in Monteur- oder Kurzzeitvermietung.
- Störungsanrufe kosten Sie spürbar Zeit.
- Bewertungen sind für Ihre Vermietung wichtig, oder Sie wollen es werden.
- WLAN soll planbar sein - ein System, ein Ansprechpartner, eine Rechnung.
Es gibt aber auch Fälle, in denen wir vom Umbau abraten. Wenn Sie nur zwei oder drei Einheiten haben und die Anschlüsse problemlos von den Mietern selbst getragen werden, ist ein zentrales System oft mehr Aufwand als Nutzen. Wenn das Haus für einen sauberen Aufbau erst umfangreich verkabelt werden müsste und nur kurzfristig vermietet wird, kann sich die Investition nicht amortisieren. Und wenn keine Störungen, keine Mieterwechsel und keine Bewertungen anstehen, dann ist Ihr jetziger Weg in Ordnung. Das sagen wir lieber offen, als Ihnen etwas zu verkaufen, das Sie nicht brauchen.
Der ehrliche Schluss
Beide Wege sind machbar. Der Einzelvertrags-Weg passt zu kleinen Objekten ohne viel Bewegung. Das zentrale WLAN passt zu Häusern ab rund sechs Einheiten, in denen Mieterwechsel, Störungen oder Bewertungen regelmäßig Arbeit machen. Statt IT-Support für Ihre Mieter zu werden, verwalten Sie dann ein System - und wissen, dass die Störung meist gemeldet ist, bevor das Telefon klingelt.
Wenn Sie unsicher sind, ob sich ein Umbau in Ihrem Objekt lohnt: Wir schauen uns das Haus an und sagen es Ihnen geradeheraus - auch dann, wenn die Antwort nein lautet.