WLAN im Boardinghaus einrichten: Ablauf, Technik, Kosten

WLAN im Boardinghaus einrichten: Ablauf, Technik, Kosten
WLAN im Boardinghaus einrichten: Ablauf, Technik, Kosten (generiertes Bild, kein Foto aus einem Projekt)

Wer ein Boardinghaus mit Monteurwohnungen betreibt, kennt die Frage vor jeder Neuvermietung: Wie kommt der neue Bewohner ins Internet, ohne dass Sie dafür angerufen werden? In diesem Artikel zeige ich an einem echten Projekt, wie ein zentrales WLAN in einem Haus mit 28 Wohnungen eingerichtet wird - von der Ausgangslage über die zwei Tage Installation bis zur Betreuung danach. Ich beschreibe dabei, was ich selbst gebaut habe, welche Entscheidungen dahinterstehen und was das für Betreiber zwischen Hamburg und dem Ruhrgebiet bedeutet.

Die Ausgangslage: 28 Wohnungen, sechs davon Monteurwohnungen

Das Referenzobjekt ist ein Mehrfamilienhaus in Duisburg mit 28 Wohnungen. Sechs davon werden als Monteurwohnungen und Boarding-Zimmer vermietet, mit entsprechend hoher Fluktuation. Der Rest sind normale Mietverträge, die dauerhaft laufen. Der Eigentümer wohnt nicht im Haus und wollte vor allem eines: nicht selbst der IT-Support seiner Mieter sein.

Vorher lief das über Einzelverträge je Wohnung. Das bedeutete einen eigenen Internetanschluss pro Wohnung, einen Router in jedem Flur und bei jedem Mieterwechsel die immer gleiche Prozedur: neuer Vertrag, neue Zugangsdaten, Router umstellen, Passwort weitergeben. Sobald ein Mieter den Router verstellte oder abzog, klingelte das Telefon beim Eigentümer. Genau das sollte aufhören.

Warum ein zentrales WLAN statt einem Router je Wohnung

Die Entscheidung fiel auf ein zentrales System: ein Internetanschluss pro Haus, bei Bedarf bis zu acht gebündelt, und ein eigenes, getrenntes WLAN je Wohnung auf UniFi-Basis. In der Wohnung steht danach kein Router mehr. Jeder Bewohner bekommt stattdessen seinen Zugang per QR-Code.

Der Unterschied liegt nicht in der Technik allein, sondern im Betrieb. Ich betreue das Netz zentral, sehe Störungen, bevor jemand anruft, und kann Einstellungen ändern, ohne in eine Wohnung zu müssen. Für Sie als Eigentümer heißt das: Sie sind nicht mehr der erste Ansprechpartner, wenn das WLAN klemmt. Neue Bewohner gehen ohne Anruf online, und beim Mieterwechsel ändert sich an der Technik nichts.

Der Ablauf der Installation in zwei Tagen

Die Installation in Duisburg war in zwei Tagen abgeschlossen. Das lässt sich nicht auf jedes Haus übertragen, gibt aber ein realistisches Bild vom Aufwand.

Tag 1: Bestandsaufnahme und Verkabelung

Am ersten Tag geht es um die Grundlage. Ich prüfe die vorhandenen Leitungen, lege fest, wo der Netzwerkschrank hinkommt und wie die Wohnungen angebunden werden. Die Verkabelung selbst macht ein Elektriker als Partner, weil dafür die entsprechenden Arbeiten an der Hausinstallation nötig sind. Sauber verlegte Kabel sind später die halbe Miete: Ein Access Point kann nur so gut sein wie die Leitung, die ihn versorgt.

Tag 2: Access Points, Einrichtung und Dokumentation

Am zweiten Tag werden sechs Access Points montiert und eingerichtet. Sie hängen im Hausflur und an den Übergängen, damit der Empfang in den Wohnungen ankommt, ohne dass in jeder Wohnung ein Gerät steht. Danach richte ich den Controller ein, lege die getrennten Netze je Wohnung an und spiele die gebündelten Anschlüsse auf. Zum Abschluss gibt es eine Übergabe mit Foto-Dokumentation und einer Netzwerk-Skizze, damit nachvollziehbar ist, welches Kabel wohin geht.

Die Technik im Detail

Drei Bausteine tragen das ganze System. Erstens der gebündelte Zugang: Statt eines einzelnen Anschlusses können bis zu acht Leitungen gebündelt werden, damit die Bandbreite mit der Zahl der Wohnungen mitwächst. Im Referenzobjekt waren es zwei gebündelte DSL-Anschlüsse für 28 Wohnungen.

Zweitens die Trennung: Jede Wohnung bekommt ein eigenes WLAN mit eigenem Namen und eigenem Passwort. Die Netze sehen sich gegenseitig nicht, ein Bewohner kommt also nicht versehentlich ins Netz der Nachbarwohnung.

Drittens der Zugang per QR-Code: Der Bewohner scannt den Code, verbindet sich und ist online. Kein Router, kein Kabel, keine Passwortliste am Kühlschrank.

Mieterwechsel: was sich in der Wohnung ändert, und was nicht

Beim Mieterwechsel passiert an der Technik nichts. Der Zugang der alten Wohnungsnutzung wird deaktiviert, ein neuer QR-Code ausgegeben, fertig. Es muss kein Router abgeholt, kein Vertrag umgeschrieben und kein Passwort telefonisch durchgegeben werden.

Für ein Boardinghaus mit sechs Monteurwohnungen ist das der Punkt, an dem sich der Aufwand am schnellsten rechnet. Jeder Wechsel spart Zeit, und zwar genau die Zeit, in der Sie sonst zwischen Vermietung und Technik stehen.

Fernbetreuung nach der Übergabe: Störungsalarm und Reaktion innerhalb von 24 Stunden

Nach der Installation beginnt der laufende Betrieb. Das System meldet Störungen, ich sehe sie im Monitoring und reagiere innerhalb von 24 Stunden. Sie bekommen davon in der Regel nur dann etwas mit, wenn ich Sie informieren muss.

Das ist der Unterschied zu einem anonymen Ticketsystem: Es gibt eine feste Person, die sich um das Netz kümmert, und die sitzt nicht in einer Hotline, sondern ist der Betreiber selbst. Bei einem Ausfall nachts gilt: Der Alarm kommt an, die Einordnung ebenfalls.

Was das kostet und wann es sich rechnet

Eine öffentliche Preisliste führe ich nicht, weil der Aufwand mit der Zahl der Wohnungen, der Verkabelung und den gebündelten Anschlüssen stark schwankt. Stattdessen gibt es ein schriftliches Angebot nach dem Erstgespräch, abgerechnet wird nach Aufwand.

Rechnen lässt sich trotzdem. Gegenüber den Einzelverträgen je Wohnung amortisiert sich ein zentrales System in der Regel in zwei bis vier Jahren. Dazu kommen die eingesparten Arbeitsstunden bei jedem Mieterwechsel, die in einem Boardinghaus schnell ins Gewicht fallen.

Für wen sich das lohnt, und wann nicht

Ein zentrales WLAN lohnt sich ab etwa fünf Einheiten unter einem Dach: Monteurwohnungen, Boardinghäuser, Ferienwohnungen in einem Haus oder Mehrfamilienhäuser mit normalen Mietverträgen. Wenn Sie zwischen Hamburg und dem Ruhrgebiet mehrere solcher Einheiten betreiben, ist der Fall meist eindeutig.

Unter fünf Einheiten sage ich es Ihnen offen: Da rechnet sich ein zentrales System in der Regel nicht. Der Aufwand für Verkabelung und Technik steht in keinem Verhältnis zu den paar Einzelanschlüssen, die Sie dann brauchen. Das ist keine Verkaufsfrage, sondern eine Rechenfrage.

Fazit

WLAN in einem Boardinghaus einzurichten heißt nicht, in jeder Wohnung einen Router aufzustellen, sondern ein Haus zentral zu versorgen: ein bis acht gebündelte Anschlüsse, ein getrenntes Netz je Wohnung und ein Zugang per QR-Code. Im Referenzprojekt mit 28 Wohnungen und sechs Monteurwohnungen war das in zwei Tagen installiert, und der laufende Betrieb kommt mit einem Störungsalarm und einer Reaktion innerhalb von 24 Stunden aus.

Wenn Sie wissen wollen, ob sich das für Ihr Haus rechnet, sprechen wir darüber. Im kostenlosen Erstgespräch von rund 30 Minuten klären wir die Zahl Ihrer Einheiten, den Zustand der Verkabelung und die gebündelten Anschlüsse - danach wissen Sie, was möglich ist und was es kostet.

Aus der Praxis

Wie so ein Projekt aussieht

Mehrfamilienhaus in Duisburg mit 28 Wohneinheiten, rote Klinkerfassade

Mehrfamilienhaus Duisburg

28 Wohnungen, davon sechs neue Monteurwohnungen. Statt sechs Einzelverträgen ein zentrales UniFi-System mit zwei gebündelten DSL-Anschlüssen, während des Ausbaus in zwei Tagen installiert. Seitdem remote betreut.

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