WLAN-Repeater im Mehrfamilienhaus: ab 5 Wohnungen?

WLAN-Repeater im Mehrfamilienhaus: ab 5 Wohnungen?
WLAN-Repeater im Mehrfamilienhaus: ab 5 Wohnungen? (generiertes Bild, kein Foto aus einem Projekt)

WLAN-Repeater im Mehrfamilienhaus: die günstige Lösung, die ab fünf Wohnungen kippt

Wenn ich ein Haus mit Monteurwohnungen zum ersten Mal betrete, liegt in fast jeder Wohnung ein Repeater in der Steckdose. Meist ein Gerät für 30 bis 50 Euro, gekauft, weil der Mieter angerufen hat, dass das WLAN im Schlafzimmer nicht reicht. Das ist verständlich. Eine Wohnung, ein Verstärker, Problem gelöst.

Ab fünf Wohnungen unter einem Dach funktioniert dieser Ansatz nicht mehr. Nicht weil die Geräte schlecht wären, sondern weil ein Verstärker nichts von dem leistet, was ein vermietetes Haus braucht: getrennte Netze, Mieterwechsel ohne Eingriff, eine Meldung, wenn etwas ausfällt. Ich erkläre hier sachlich, was ein Repeater kann, was nicht, und wann sich der Wechsel zu einem zentralen WLAN lohnt.

Warum der Verstärker im Einfamilienhaus funktioniert

Ein Repeater nimmt das Funksignal an, verstärkt es und gibt es weiter. Im Einfamilienhaus ist die Aufgabe klein: ein bis zwei Räume zu überbrücken, zehn bis zwanzig Geräte, ein Nutzerkreis, der sich kennt. Dass ein Verstärker den Durchsatz halbiert, weil er auf demselben Kanal sendet und empfängt, merkt bei einer 100-Mbit-Leitung kaum jemand.

Diese Bedingungen gelten im Haus mit fünf oder mehr Wohnungen nicht. Dort treffen viele Geräte, viele Wohnungstrennwände und mehrere Nutzerkreise aufeinander, die nichts miteinander zu tun haben wollen.

Was im Haus ab fünf Wohnungen schiefgeht

Ein Kanal, zu viele Geräte

Rechnen Sie mit vier bis sechs Geräten pro Wohnung: Handy, Laptop, Fernseher, Streaming-Stick, vielleicht eine Konsole. Bei fünf Wohnungen sind das 25 bis 40 Geräte, bei zehn Wohnungen das Doppelte. Im 2,4-GHz-Band gibt es drei überlappungsfreie Kanäle. Überlappen sich Repeater und Router, warten die Geräte aufeinander. Der Durchsatz sinkt für alle im Haus, nicht nur für den einen Mieter mit dem schwachen Signal.

Wände, Decken und Stahlbeton

Funk dämpft auf dem Weg. Eine massive Wohnungstrennwand kostet je nach Bauart 10 bis 20 dB, eine Stahlbetondecke 15 bis 25 dB. Ein Verstärker, der sein Signal aus der Wohnung im Erdgeschoss holt, muss es durch zwei Decken tragen. Was oben ankommt, ist oft ein Rest, der für Streaming nicht reicht.

Jeder Verstärker halbiert den Durchsatz

Ein Repeater kann nicht gleichzeitig auf demselben Kanal senden und empfangen. Er teilt die Funkzeit. Aus einer 100-Mbit-Leitung werden hinter einem Verstärker rund 50, hinter einer Kette von zwei Verstärkern rund 25 Mbit. Bei mehreren Mietern, die abends gleichzeitig streamen, ist das zu wenig.

Was ein Verstärker technisch nicht leistet

Getrenntes WLAN je Wohnung

Ein Repeater strahlt dasselbe Netz weiter, in das er eingebunden ist. Alle im Haus landen im gleichen Adressbereich. Damit sieht ein Mieter im Zweifel den Drucker, das NAS oder den Fernseher des Nachbarn. Bei Monteurwohnungen mit wechselnden Belegungen ist das kein akademisches Problem, sondern eine Datenschutzfrage, die ich jedem Vermieter vorlege.

Mieterwechsel ohne Eingriff

Beim Repeater hängt das WLAN-Passwort im Router oder im Verstärker. Zieht ein Mieter aus, muss das Passwort geändert werden, sonst behält der Ausgezogene den Zugang. Also ändert man es, und dann müssen alle anderen Mieter im Haus ihr Netz neu einrichten und ich bekomme fünf Anrufe. Bei einem zentralen System hat jede Wohnung einen eigenen Zugang. Beim Mieterwechsel wird nur dieses eine Zugangsprofil getauscht, die Technik bleibt unberührt, der neue Mieter geht per QR-Code online.

Störungsalarm und Reaktion

Ein Repeater meldet nichts. Fällt er aus, erfährt es der Vermieter durch den Anruf eines Mieters, oft am Wochenende. Ein zentrales System überwacht die Access Points und schickt einen Störungsalarm. Ich habe darauf eine Reaktionszeit von 24 Stunden zugesagt, im Rahmen meiner IT-Betreuung.

Kurz zum Recht: § 8 DDG

Seit dem 14. Mai 2024 regelt das Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) das, was früher im Telemediengesetz stand. Nach § 8 Abs. 2 DDG haften Anbieter von WLAN-Zugängen nicht für Rechtsverletzungen Dritter, wenn sie zumutbare Maßnahmen zur Sperrung ergreifen. Die alte Störerhaftung ist seit 2017 vom Tisch. Das ist meine Lesart der Norm und die Grundlage, auf der ich Vermieter berate: Der Betrieb eines eigenen Netzes im Haus ist rechtlich handhabbar. Wer es schriftlich braucht, klärt die Details mit seinem Anwalt; die Richtung ändert das nicht.

Wann ein Verstärker reicht - und wann das zentrale System

Ehrlich gesagt: Unter fünf Einheiten rechnet sich ein zentrales WLAN-System meist nicht. Wer vier Wohnungen vermietet und mit einem guten Router plus einem Verstärker auskommt, soll das tun.

Ab fünf Einheiten kippt die Rechnung, weil Sie sonst mehrere Einzelverträge je Wohnung bezahlen. Gegenüber diesen Einzelverträgen amortisiert sich ein zentrales System in der Regel in zwei bis vier Jahren. Danach zahlen Sie einen Anschluss pro Haus, nicht einen pro Wohnung.

Wie das aussieht, zeigt eine Referenz aus Duisburg: ein Mehrfamilienhaus mit 28 Wohnungen, davon sechs Monteurwohnungen, zwei gebündelte DSL-Anschlüsse, sechs Access Points, installiert in zwei Tagen. Neue Mieter gehen per QR-Code online, in keiner Wohnung steht ein Router, beim Mieterwechsel ändert sich an der Technik nichts.

Wie ich vorgehe

Im kostenlosen Erstgespräch, 30 Minuten am Telefon, klären wir die Zahl der Wohnungen, den vorhandenen Anschluss und ob Verkabelung nötig ist. Danach begehe ich das Haus und beurteile die Decken und Trassen. Verkabelung macht ein Elektriker als mein Partner. Das Angebot kommt schriftlich, zu Preisen sage ich vorher nichts Pauschales, weil jedes Haus anders sitzt. Übergeben wird mit Foto-Dokumentation und Netzwerkskizze, danach betreue ich fern mit Störungsalarm und Reaktion innerhalb von 24 Stunden.

Wenn Sie aktuell in fünf Wohnungen Repeater stecken haben, ist das ein guter Moment, die Zahlen einmal durchzurechnen.

Aus der Praxis

Wie so ein Projekt aussieht

Mehrfamilienhaus in Duisburg mit 28 Wohneinheiten, rote Klinkerfassade

Mehrfamilienhaus Duisburg

28 Wohnungen, davon sechs neue Monteurwohnungen. Statt sechs Einzelverträgen ein zentrales UniFi-System mit zwei gebündelten DSL-Anschlüssen, während des Ausbaus in zwei Tagen installiert. Seitdem remote betreut.

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