Ja, das geht, und in vermieteten Mehrfamilienhäusern ist es meistens der bessere Weg. Ein Anschluss pro Haus versorgt alle Einheiten, wenn dahinter eine Struktur steht, die die Wohnungen sauber voneinander trennt und in jeder Wohnung ankommt. Ein handelsüblicher Router, an den Sie ein paar Kabel mehr hängen, reicht dafür nicht. Wo der Unterschied liegt und woran Sie merken, ob sich das für Ihr Objekt lohnt, steht hier.
Was spricht gegen einen Vertrag pro Wohnung?
Nichts, solange Ihre Mieter das selbst regeln und lange bleiben. In dem Moment, in dem Internet Teil Ihrer Vermietungsleistung ist, dreht sich die Rechnung. Bei sechs Wohnungen haben Sie sechs Verträge, sechs Router und sechs Kündigungsfristen. Jeder Bewohnerwechsel bedeutet: Vertrag beenden, Gerät zurückschicken, neuen Vertrag abschließen, auf den Techniker warten. Bei Monteurwohnungen passiert das häufig.
Dazu kommt das Funkproblem. Jeder dieser Router macht sein eigenes WLAN auf, alle auf denselben Frequenzen, alle mit voller Sendeleistung. Die Geräte stören sich gegenseitig, und die Wohnung am Ende des Flurs hat trotzdem schlechten Empfang, weil der Router zwei Wände weiter im Wohnzimmer steht. Das liegt an der Bauart.
Reicht dafür nicht ein Router?
Technisch bekommen Sie mehrere Wohnungen an einen Router. Sinnvoll ist es nicht, aus drei Gründen.
Erstens die Reichweite. Ein Router funkt aus einem Punkt. In einem Haus mit mehreren Etagen oder massiven Wänden kommt das WLAN in den entfernten Wohnungen schwach oder gar nicht an. Sie brauchen einen Access Point pro Wohnung, nicht einen fürs Haus.
Zweitens die Trennung. Hängen alle Mieter im selben Netzbereich, sehen sie gegenseitig ihre Geräte: Laptops, Handys, Drucker, Netzwerkspeicher. Das will niemand, und Sie wollen es als Vermieter erst recht nicht verantworten.
Drittens die Bedienung. Steht das Gerät in einer Wohnung, hat ein Bewohner Zugriff darauf. Ein Neustart, ein versehentlicher Reset, ein gezogener Stecker, und das ganze Haus ist offline. Ich baue die Technik deshalb zentral in einen Schrank, an den nur ich und Sie herankommen.
| Vertrag je Wohnung | Ein Router fürs Haus | Zentrales System | |
|---|---|---|---|
| Verträge | einer je Wohnung | einer | einer je Haus, bei Bedarf gebündelt |
| Geräte in der Wohnung | Router, für Mieter zugänglich | keines, WLAN kommt von weit weg | ein Access Point, ohne zugängliche Tasten |
| Trennung der Mieter | ja, durch getrennte Anschlüsse | keine, alle im selben Netz | ja, eigenes VLAN je Wohnung |
| Empfang in jeder Wohnung | abhängig vom Standort des Routers | in entfernten Wohnungen schwach | geplant, ein Access Point je Wohnung |
| Mieterwechsel | Vertrag beenden, neuen abschließen | Passwort weitergeben | QR-Code scannen, Technik bleibt |
| Störung | jeder Mieter mit seinem Anbieter | Reset in einer Wohnung trifft alle | zentral sichtbar, remote behebbar |
Wie werden die Wohnungen bei einem geteilten Anschluss getrennt?
Über getrennte Netzbereiche, technisch VLANs. Jede Wohnung bekommt ihr eigenes VLAN mit eigenem WLAN-Namen und eigenem Zugang, obwohl alle über denselben Anschluss ins Internet gehen. Für den Mieter fühlt es sich an wie ein eigener Anschluss. Technisch ist es ein zentrales System, das ich an einer Stelle verwalte.
Ich arbeite mit UniFi. Der zentrale Schrank enthält Router und Switch, in jeder Wohnung sitzt ein Access Point an Wand oder Decke, angebunden über ein Netzwerkkabel. Die Verkabelung macht ein Elektriker als Partner, damit Haftung und Zertifikate stimmen. Planung, Technik, Installation und Betreuung liegen bei mir.
Reicht die Bandbreite für alle?
Die Antwort hängt vom Anschluss ab, nicht vom System. Liegt Glasfaser, ist die Sache meist erledigt. Liegt keine Glasfaser, bleibt DSL, und dann rechne ich nach: Reicht ein Anschluss für die Zahl der Einheiten und ihre Nutzung nicht aus, lassen sich bis zu acht Anschlüsse bündeln. Ihre Mieter merken davon nichts.
Wie lief das in Duisburg?
In einem Mehrfamilienhaus in Duisburg mit 28 Wohnungen wurden sechs Einheiten zu Monteurwohnungen ausgebaut. Der naheliegende Weg wären sechs DSL-Verträge mit sechs Routern gewesen. Glasfaser liegt in der Straße nicht, also blieb DSL.
Gebaut habe ich stattdessen: zwei DSL-Anschlüsse mit je 250 Mbit/s gebündelt, einen Netzwerkschrank, sechs Access Points, einen je Wohnung. Die Installation lief während des Ausbaus in zwei Tagen. Seitdem betreue ich das Haus remote über UniFi. Zieht ein Monteur ein, scannt er den QR-Code und ist online. An der Technik ändert sich dabei nichts.
Bin ich damit Internetanbieter für meine Mieter?
Das hängt vom Modell ab: ob Internet in der Miete enthalten ist, separat abgerechnet oder als Service gestellt wird. Ich übernehme die technische Seite. Die mietvertragliche Ausgestaltung stimmen Sie besser mit einem Rechtsberater oder Ihrer Hausverwaltung ab, und ich empfehle das von Anfang an.
Einen Punkt sollten Sie dabei kennen. Monatliche Grundgebühren für Breitbandanschlüsse dürfen seit dem 1. Juli 2024 nicht mehr über die Nebenkostenabrechnung umgelegt werden, das sogenannte Nebenkostenprivileg ist weggefallen (Bundesnetzagentur zur Neuregelung). Das ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung.
Was ich empfehle
Rechnen Sie zuerst, bauen Sie danach. Drei Schritte:
- Zählen Sie die Einheiten, die Internet als Teil des Angebots brauchen. Unter etwa fünf Einheiten rechnet sich ein zentrales System weder für Sie noch für mich. Das sage ich Ihnen im Erstgespräch.
- Legen Sie die heutigen Kosten daneben. Ein Einzelvertrag kostet erfahrungsgemäß 50 bis 55 Euro je Einheit und Monat, dazu kommen die einmaligen Kosten beim Abschluss und die Miete für den Router. Gegen diese Summe amortisiert sich ein zentrales System nach meiner Rechnung in zwei bis vier Jahren.
- Klären Sie den Anschluss vor der Technik. Ob Glasfaser liegt oder gebündeltes DSL nötig ist, entscheidet über die Planung. Die Bestellung und Abstimmung mit dem Anbieter übernehme ich auf Wunsch.
Für die Objektprüfung muss ich nicht vorbeikommen. Ich sehe mir die Pläne an, und daraus ergibt sich, was möglich ist.
Ihr Objekt prüfen lassen
Das Erstgespräch kostet nichts und dauert etwa 30 Minuten. Ich frage nach Objekt, Nutzung und Problem und sage Ihnen, ob sich ein zentrales System für Sie rechnet. Lohnt es sich nicht, sage ich das auch.